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... und so fing alles an:

 

Wir haben schon seit über 30 Jahren Hunde, genau seit 1979. Die ersten 20 Jahre hatten wir allerdings Dienst- und Gebrauchshunde und haben mit diesen Hunden viele Prüfungen bestanden (jedes Jahr mindestens zwei Prüfungen) - vom Kreismeister über Bezirksmeister bis hin zur Qualifizierung zur DDR-Bestenermittlung.

 

Seit 2000 haben wir ein eigenes Grundstück für uns und unsere Hunde. Von nun an hatten wir nicht mehr die Zeit, regelmäßig zur Ausbildung zu gehen, da wir beide voll berufstätig sind und an Haus und Grundstück auch noch Kraft und Zeit benötigten. Also haben sich unsere zwei Hunde (damals Berner Sennenhündin "Daisy" und Deutscher Schäferhund) - wenn keiner da war - mit sich selbst beschäftigt und ansonsten mit uns. Unser Schäferhund konnte diese Idylle leider nur noch ein paar Monate genießen. . . 

 

2001 haben wir dann ein Angebot für einen 18 Monate alten Dobermann "Dobi" bekommen. Wir haben diesen - nach dem Test - ob er mit unserer Daisy zurecht kommt - zu uns geholt. Diese zwei Hunde auf dem Hof und niemand wollte uns mehr einen Teppich oder Staubsauger verkaufen...

 

Wir gingen mit diesen beiden Hunden ab und zu mal auf den Hundeplatz und dann zur Begleithundprüfung - ist doch einfach - so dachten wir. . . - wurden da aber eines Besseren belehrt! Da der Dobi sich nicht in nasses Gras legte und an dem Prüfungstag war es nass - ging die Prüfung in die Hose. Das wussten wir zwar schon vorher, aber wir dachten es wird schon klappen. . . Dass ich bei dieser Prüfung durchgefallen bin, freute zwar manchen auf dem Hundeplatz - meiner Frau und mir gab es jedoch zu denken. Wir waren dann mit unserem Dobi noch öfters auf dem Hundeplatz und da wir schon wegen Schwierigkeiten mit dem ersten Besitzer des Dobi`s, diesem nicht im Schutzdienst testen wollten (auf Rasierklingen muß man nicht herumfeilen), kamen viele auf dem Hundeplatz damit nicht zurecht, weil sie der Meinung waren, dass so ein Hund doch beißen können muss. Wir waren wohl die einzigsten, die wussten, dass er es kann und haben es dabei belassen. . . Also haben wir uns überlegt, wie wir mit dem Dobi die Begleithundprüfung noch einmal wiederholen könnten - ohne durchzufallen. Es gab zwei Möglichkeiten:  1. mit Starkzwang den Hund zum ablegen bei nassem Wetter zu zwingen oder 2. nur an Prüfungen teilzunehmen, wenn die Sonne scheint. . .  Da beides nicht in Frage kam, habe ich mir das erste Mal seit 20 Jahren und vielen Prüfungen - die Grundsatzfrage gestellt: Warum wollen wir denn unbedingt eine Prüfung mit diesem Hund ablegen? Was wäre denn anders? Dem Hund war's egal, der hatte so wie so nichts von der Prüfung, außer dass er Spaß an der Bewegung hatte und der "Chef" sich freut. Ich hatte keine Lust dem Hund Starkzwang anzutun, da das 100%ig irgendwann ins Gegenteil umgeschlagen wäre - und für was brauchten wir eigentlich noch eine Prüfung??? Um den Nachbarn oder andern Leuten am Gartenzaun zu sagen, dass der Hund eine Prüfung hat??? Die hätten zwar vielleicht "JA" und "OH" gesagt, aber am Ende hätten sie so wie so gedacht, das ist mir doch egal, das sind eh` Spinner mit ihren großen Hunden. 

Also ist der Dobi bis zum Lebensende ohne Prüfung geblieben und er hat sich trotzdem wohl gefühlt bei uns. Dieser Hund hat uns beigebracht, dass man auch mal auf den Hund hören sollte und nicht immer als Halter seine harte Schiene durchziehen sollte. . . So hatten wir mit ihm eine friedliche Koexistenz aufgebaut und das hat auch gut funktioniert und wir waren eigentlich alle 4 (meine Frau, ich, Daisy und Dobi) zufrieden. 

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Nachdem unser Dobi verstorben war, haben wir lange überlegt was für einen Hund wir uns als Zweit-Hund anschaffen. Es sollte einer sein, mit dem man keine Prüfungen mehr machen muss, der aber trotzdem auf das Grundstück aufpasst. Ich wollte einen Cattle Dog - meiner Frau war dieser aber zu klein. Wir wollten einen Hund der das Grundstück bewacht, Hausierer beeindruckt, so dass diese sich zweimal überlegen - ob sie die Klingel betätigen sollen oder nicht. Also wurde im Internet gestöbert und irgendwann kamen wir dann auf die Seite wo Centralasiatische Owtscharkas (CAO) vorgestellt wurden. Das entsprach eigentlich unseren Vorstellungen und wir fingen an Züchter zu suchen, die in unserer Nähe wohnten. Lange Rede - kurzer Sinn, wir holten uns einen weißen CAO-Rüden "Egon" und hatten eigentlich genau das - was wir suchten. Als unser Egon zwei Jahre alt war, verstarb unsere Daisy nach langer Krankheit. . .

 

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Meine Frau wollte dann - irgendwann - auch einen weißen Hirtenhund, jedoch mit so längerem Fell wie unsere Daisy. . .

So kamen wir dann auf den Owczarek Podhalanski  (OP) und suchten wieder im Internet nach Züchtern. Schließlich hatten wir dann in Polen die "Zottige Familie" gefunden, die genau die Züchter waren, wie wir es uns in den kühnsten Träumen nicht vorgestellt hatten.

 

Diese zwei leben mit ihren Tieren, wie man es selten findet. Dort haben wir erst mal gesehen, wie man mit mehreren Podhalanern im Einklang leben kann und wie abends Wildgänse nach Hause kommen und in ihren Stall gehen.

Als wir uns den Wurf ansehen konnten, hatten wir nicht mal die Qual der Wahl, welchen Hund wir uns eigentlich aussuchen sollen oder wollen. Alles was wir wussten, war - dass wir eine Hündin wollten. Alle Welpen waren mit einem Punkt aus verschiedenfarbigem Nagellack gekennzeichnet. Ein Welpe setzte sich einfach hinter meine Frau und wollte dort auch nicht mehr weg - und da es noch dazu eine Hündin war, haben  wir uns für diese - unsere Clara - entschieden. Als wir vier Wochen später unseren Welpen abholen wollten, saßen wir auf der Terrasse beim Züchter und unsere Clara kam von allein und legte sich bei meiner Frau unter den Stuhl, so als wüsste sie warum wir gekommen sind. Das war schon beeindruckend für mich. . .

So hat sich also die ganze Sache gedreht und nicht wir haben uns einen Hund ausgesucht, sondern der Hund hat sich uns ausgesucht. Da sind wir wieder bei der Lehre von unserem Dobi: Man sollte auch mal auf die Hunde hören... 

 

 

Zuhause angekommen - erwartete uns schon das Empfangskomitee - unsere Kinder (die alle nicht mehr bei uns wohnen) und unser Egon. Die kleine Hündin wurde für schön und niedlich befunden. Egon hatte die Kleine schnell akzeptiert und dann begannen die ersten Unterrichtsstunden. . . wie man sich verhält auf unserem Hof und was man beim Spielen darf und was nicht. Clara durfte bei ihm fast alles, außer früher am Tor zu sein wie er. Da wurde er fuchs-teufels-wild. Er war für sie Spielgefährte und Lehrer zu gleich.  Als Clara einmal mit einem Kong aus Hartgummi spielte, welcher an einem Seil befestigt war, warf sie diesen hoch in die Luft. Meine Frau, ich und auch Clara sahen wie der Kong im hohen Bogen in Richtung Egon flog. Wir konnten richtig sehen - wie Clara "dachte": Nein, nicht auf den! - und als der Kong auf Egon`s Kopf landete, wusste auch er - wer ihn geworfen hatte und hat ihr sofort seinen Unmut über diesen Wurf unmissverständlich klar gemacht. So hatte unsere Clara wieder etwas - ohne unser Zutun gelernt.  Clara war ein Jahr alt -da haben wir unseren Egon begraben müssen. . . und von da an hat Clara  für die innere Sicherheit im Hof alleine zu sorgen. Ich habe dann versucht Egon`s Stellung einzunehmen, um Clara zu erklären, was sie darf und was nicht. Aber das ging schief, sie fing an, mich bei bestimmten Situationen zu meiden und ich gab mir alle Mühe es zu korrigieren. Damit das auch klappt, habe ich mich wieder ans Internet gesetzt und verschiedene Bücher über die Herdenschutzhunde angesehen und habe mich dann für das Buch von Herrn Th. A. Schoke entschieden. Dieses Buch war zwar nicht unbedingt das Preiswerteste, aber es ist seinen Preis auf jeden Fall wert. . . 
 

Wer denkt denn beim Spazierengehen - wenn der OP mit dem Hinterteil drängelt, so - als versucht er mich zum Spielen aufzufordern, dass das ein Rangordnungskampf ist. Ich habe zum Glück dagegengehalten und Clara hat sofort aufgehört zu drängeln. Im Buch habe ich dann später gelesen, dass Owtscharkas sich krumm machen wie eine Banane und so versuchen ihren Gegner umzuwerfen - auf Rangordnung wäre ich nie gekommen. Aber so ist das eben, wenn man denkt sich auszukennen. . . Und wenn ich oder meine Frau nach Hause kommen, da gibt es Tage, wo wir denken unsere Clara lacht. Sie zieht nicht die Lefzen hoch, sondern die Oberfläche der Nase sieht aus wie ein Waschbrett und dabei ist sie total freundlich.  Na ja ich hoffe, dass sie wirklich nur lacht und dass es nur Freude ist. Ich hab auch gelesen, dass der OP einen Menschen nur begleitet, weil er es will und nicht weil wir es wollen. Das finde ich persönlich nicht korrekt, denn jeder Hund hat sich bis jetzt gefreut, wenn wir zum Halsband gegriffen haben - weil - es geht raus und das macht Spaß! Wir haben die Möglichkeit unseren Hund oft ohne Leine laufen zu lassen. Und wenn man dann den Hund einfach laufen lassen kann und nicht die ganze Zeit auf ihn einreden muss, weil irgendwas oder irgendwer kommt - das dem Hund sehr wohl Spaß bereitet. Wir gehen mit unserem Hund dorthin wo niemand ist, auf die Wiesen an der Mulde, oder auf Feldwege, wo man schon von weitem sieht wenn jemand kommt. Und wenn man dann die Aufmerksamkeit des Hundes auf sich lenkt, kann man sich in aller Ruhe auf die Wiese setzen oder stehen bleiben und den Hund anderweitig mit Leckerli oder Spielzeug beschäftigen. Und wenn der Hund einen "Fremdling" dann irgendwann mitbekommt, reden wir ruhig auf ihn ein und können ihn auch mal am Halsband festhalten. Bis jetzt ging das eigentlich immer sehr gut.
Wenn ich aber den Hund wie früher scharf zurück rufe, ihn an die Leine nehme und danach taucht eine Person auf, dauert es nicht lange und der Hund sucht erst mal die Umgebung ab, ehe er zurück kommt. Dies ist meiner Frau bei unserem Dobi und auch bei Egon aufgefallen. Na, ganz einfach der Fehler lag bei mir. Aber das abzustellen, was man über einen längeren Zeitraum falsch gemacht hat, dauert seine Zeit. Ein Erziehungsfehler ist in ein paar Minuten eingebaut - aber nie in ein paar Stunden zu beheben.

  

 

Jedenfalls haben wir uns nie vorstellen können, dass unser Podhalaner so verschmust ist und trotzdem beim Schmusen noch wachsam ist. Wir sind mit der Rasse und unserer Entscheidung so einen Hund zu haben sehr zufrieden.